AGB- Theaterpädagogik

Basis- Lehrgang

Akademie für Gruppe und Bildung

Abteilung Theaterpädagogik und Schauspiel
1070, Neubaugasse 51

Veranstalter:

AGB- Akademie für Gruppe und Bildung

Lehrgang 2021-2023

Okt 2021 - Jan 2023

11 Module

27 Seminartage

270 UE

TrainerInnen

Dr. René Reichel

Hubertus Zorell

Mag. Daniel Gajdusek-Schuster

Dr. Michael Wrentschur

Mag. (FH) Stefan Pawlata

Katharina Kraus, BA

Lehrgangsleitung

Mag.a (FH) Lisa Kolb-Mzalouet

Seminarort

Seminarzentrum Kompass91
Mariahilfer Straße 91/Top 6
1060 Wien

Download Unterlagen

Alle Informationen und die Anmeldeunterlagen hier zum Download pdf icon

Der AGB Theaterpädagogik-Lehrgang hat das Ziel theaterpädagogische Kompetenzen zu vermitteln. Der Lehrgang besteht aus 11 Modulen zu insgesamt 27. Seminartagen. Das AGB Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs wird erreicht, wenn alle Module erfolgreich besucht wurden, wenn ein theaterpädagogisches Praxisprojekt durchgeführt und dokumentiert wurde und 3 theaterpädagogische Coachings dazu absolviert wurden.

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Das Motto des Lehrgangs,

„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören. Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen" (Peter Kuzmic)

soll sowohl auf der individuellen, als auch auf der Gruppenebene und der Ebene von Gesellschaft deutlich machen, wie wichtig Visionen sind als Orientierung für das gegenwärtige Handeln. Kreativität und Kunst können dabei Quellen der Kraft sein und uns Mut geben uns über das Gewohnte hinaus zu entwickeln und Bereiche zu erforschen, die uns zuerst fremd sind: Theater wird zur Probe für die Wirklichkeit (Zit. Augusto Boal). Besonders heute und jetzt brauchen wir - auf dieser Welt - Menschen, die kreativ und mutig und resilient sind, indem sie Lösungen suchen, die das Gute Leben für Alle als Ziel haben.

Dieser Lehrgang möchte ein Angebot setzen, sich in diesem Sinne zu stärken und weiter zu entwickeln.

Bilder einer Theatergruppe

Die Inhalte der Seminare

Modul 1

Hier spielt jede/r eine Rolle – Improvisation I
Im Anfangsseminar steht das Kennenlernen im Mittelpunkt: Über das Medium Theater, über Rollen und Szenen werden erste Erfahrung miteinander gesammelt. Die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körperausdrucks, Körperarbeit und die körperliche Gestaltung von Figuren sind der Ausgangspunkt für das Spiel, die Gruppe ist der Ausgangspunkt für ko-kreative Prozesse. Weitere Inhalte sind die Orientierung im Gesamtlehrgang und den zugrunde liegenden Ideen, sowie Reflexionen zu Anfangsprozessen in Gruppen und Infos zu den Praxisfeldern der Theaterpädagogik.

Modul 2

Die spielende Gruppe- Improvisation II
Gruppenprozesse und das Wechselspiel zwischen Gemeinschaft und Individualität stehen im Mittelpunkt dieses Moduls: Das Spiel miteinander in der Gruppe und einzeln vor der Gruppe. Im ko-kreativen Dialog entsteht Neues und Unvorhersehbares. Der Kontakt und die Atmosphäre zwischen den SpielerInnen ist die Basis von Gestaltungsprozessen und steht vor Sprache und Text. Stimmungen und Beziehungsatmosphären werden einsehbar gemacht, um dann in den Improvisationen eingesetzt zu werden. Spiel wird als offener Gestaltungsprozesse erlebt, Kriterien für Leistung und Können werden reflektiert und adaptiert.

Modul 3

Kontakt im Spiel - Improvisation III
Ausgehend von der Erforschung des Körpers und insbesondere der Stimme als Instrumentarium unseres Spielraumes werden Kontakt und Beziehungsqualitäten als Grundlage der theaterpädagogischen Arbeit im Zusammenspiel, in der Regiearbeit, in der Gruppenleitung und zum Publikum thematisiert. Der Spielraum ist Labor für Neugierde und neue Erfahrungen; Wahrnehmung und Sensibilität in Bezug auf sich selbst und die MitspielerInnen sind Voraussetzungen für Ko-Kreativität, für Präsenz auf der Bühne und im Leben. Wertschätzung sich selbst und Anderen gegenüber ermöglicht es die Schätze von Kooperation in kreativen Prozessen zu erkennen und selbstbewusst zu gestalten

Modul 4

Forumtheater
Forumtheater ist eine Form des „Theaters der Unterdrückten“ nach Augusto Boal, in dem das Publikum aufgefordert wird, sich direkt in die Szenen einzumischen und aus der Rolle der Protagonistin - der benachteiligten Person - das Geschehen zu verändern. In dem Seminar werden Konfliktszenen ausgehend von alltäglichen Unterdrückungssituationen erarbeitet und in einer Forumtheateraufführung mit eingeladenem Publikum als Mitspieltheater gespielt – die Bühne wird zur Probe für die Wirklichkeit, Veränderungsprozesse werden miteinander erlebt! In der Erarbeitung der Szenen kommen verschiedene Probetechniken zur Anwendung, das Rollentraining orientiert sich an der Praxis Boals und Stanislavskys. Weiters: Informationen über Anwendungsbereiche von Forumtheater österreichweit und international.

Modul 5

Unsichtbares Theater
Eine alltägliche Konfliktszene wird dort gespielt, wo sie stattfindet, im Kaffeehaus, in der UBahn, im Park,... die anwesenden Passanten sind das Publikum, das beteiligt wird, in einer Szene des Alltags mitspielt und nicht weiß, dass es sich in diesem Falle ausnahmsweise um eine inszenierte Geschichte handelt. Im Seminar werden wir Szenen erarbeiten und draußen, im öffentlichen Raum, eine einfache "Unsichtbare Theateraktion" durchführen. Weiters: Theorie zum Unsichtbaren Theater und dem Theater der Unterdrückten als Methoden des politischen Theaters.

Modul 6

Theater – Spielen als Selbsterfahrung
Schwerpunkt dieses Seminars liegt in der Aufmerksamkeit der Gruppe auf sich selbst, auf das persönliche Erleben und auf die Gruppendynamik. Die Person des Spielers / der Spielerin ist im Fokus, mit ihren Gefühlen und Gedanken beim Spielen, bei ihrer Art sich auszudrücken, in Interaktion mit anderen zu treten, zu kommunizieren, sich zu beteiligen. Welche Rollen liegen mir, was drücke ich gerne aus, was möchte ich lieber nicht zeigen? Und warum /nicht? Theater- Spielen als Experiment zur Erweiterung der persönlichen Möglichkeiten und des Erlebens. Weiters: theoretische Gedanken zur Selbsterfahrung.

Modul 7

Spielen mit Texten 1 - Shakespeare
Zwei unterschiedliche Herangehensweisen werden in den beiden Modulen „Spielen mit Texten“ ausprobiert: Shakespeare - das „großen Welttheater" und seine Texte sind Ausgangspunkte für Improvisationen und die Annäherung an seine Figuren und Geschichten. Diese zu verkörpern und im Spiel zu beleben und dabei Widersprüchliches und Mehrdeutiges auszudrücken und darzustellen ist das Ziel dieses Moduls.

Modul 8

Spielen mit Texten 2 -Zeitungstheater - nach Augusto Boal
Verschiedenste Zeitungen mit ihren widersprüchlichen inhaltlichen und sprachlichen Ausdrucksformen sind der Ausgangspunkt für eine - fast medienpädagogische - Herangehensweise, die die kritische Auseinandersetzung der LeserIn und des späteren Publikums mit den täglichen gedruckten „Halbwahrheiten“ fördert. Was zwischen den Zeilen steht wird dargestellt, Szenencollagen werden inszeniert und beim „Zeitungstheaterbrunch“ dem geladenen Publikum vorgespielt.

Modul 9

Buen Vivir - interaktive Theaterperformance im öffentlichen Raum
Mit dem Medium Theater können globale Wirklichkeiten verstehbar gemacht werden und Veränderungen, die auf den großen Bühnen der Welt passieren, werden mit der eigenen Lebenswirklichkeit verbunden. In diesem Modul werden gesellschaftliche Transformationsprozesse, das Verhältnis zu Mitmenschen und Umwelt szenisch thematisiert und die Frage gestellt, was gutes Zusammenleben ausmacht. Die Lehrgangsgruppe findet ihre Standpunkte dazu und bringt ihre Botschaft für ein gutes Zusammenleben - Buen Vivir- in den öffentlichen Raum - auf die Strasse: eine performative Form wird einstudiert, die Inszenierung wird mit Video festgehalten und später im Internet geteilt.

Modul 10

Fest der offenen Bühnen - Totales Mitspieltheater
Auf der Basis von Improvisation, Raumgestaltung und Interaktion wird ein Mitspieltheater vorbereitet, Veranstaltungsplanung sowie Designs und Kommunikationsstrukturen für Großgruppen werden thematisiert, die Rolle des/der SpielleiterInnen, der interaktiven Bühnen und der Gesamtmoderation wird erarbeitet. - Die geladenen Gäste sind SpielerIn und Publikum zugleich, sie bewegen sich wie auf einem Marktplatz von Bühne zu Bühne, sie erleben verschiedene Mitspielimpulse und Bühneninszenierungen, sie schauen zu, sie spielen mit.

Modul 11

Projektpräsentation – Abschließen und Auswerten
Im Rahmen des letzten Moduls werden die jeweiligen theaterpädagogischen Praxisprojekte und die Integration theaterpädagogischer Zugänge in die eigene Praxis. präsentiert. Weitere Themen sind Abschiedsprozesse und der Lehrgangsabschluss.

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